1988-12-02_Hochzeit der Farben-klein 1988-12-03_und wenn du denkst-klein
1989-06-23_Die schwangere Libelle-klein
Siegel 2015

FRIEDRICH MEISSNER

o. l.: DIE SCHWANGERE LIBELLE; Mitte: HOCHZEIT DER FARBEN; rechs: UND WENN DU DENKST; unter links: ERSTER VERSUCH; re.: GROSSES EREIGNIS

Unbekannte Zeichen waren und sind geheimnisvoll, geben uns Rätsel auf. Das hat sich trotz der Flut von Zeichen, mit denen wir heute überschüttet werden, nicht geändert.
Friedrich Meissner (*1926 in Nürnberg + 1992 in Gauting) hatte sich den Zeichen verschrieben. Langsam und allmählich entwickelte er die für ihn typische Bildsprache, in der „seine" Zeichen dominieren. Der Weg dorthin war lang und hatte nicht immer nur mit Malerei zu tun.
Die Karikaturen aus der frühen Zeit sind formal mit den späten Bildern zwar kaum vergleichbar, doch sind in ihnen schon viele Gedankenstrukturen vorgezeichnet. Beruflich war er als Statiker im Bauwesen bei der Wieder- aufbauphase der Bunderepublik Deutschland tätig. 1972 löste er sich aus dem Berufsleben und widmete sich ausschließlich der Malerei.
Die Karikaturen aus der frühen Zeit sind formal mit den späten Bildern zwar kaum vergleichbar, doch sind in ihnen schon viele Gedankenstrukturen vorgezeichnet. Beruflich war er als Statiker im Bauwesen bei der Wieder- aufbauphase der Bundesrepublik Deutschland tätig. 1972 löste er sich aus dem Berufsleben und widmete sich ausschließlich der Malerei.

1988-12-20_Erster Versuch-klein 1988-06-17_Großes Ereignis-klein

Nun kam er auch endlich dazu, sich intensiver mit den Malern auseinanderzusetzen, die ihn faszinierten: wie Paul Klee und Franz Marc, Willi Baumeister Fritz Winter und Joan Miró um nur einige zu nennen.
1984, mit 61 Jahren, erlitt er einen schweren Schlaganfall von dem er sich nicht mehr ganz erholte. Er konnte nunmehr nur am Tisch sitzend in kleinen Formaten arbeiten, dafür stieg trotz Rückfällen und neuen Krankheiten die Anzahl der Bilder, die er täglich schuf, enorm an. Hier spürt man, dass der Begriff der "inneren Notwendigkeit“, den Wassily Kandinsky um 1910 prägte und den Meissner gerne zitierte, wirklich auf ihn zutrifft.
Meissner malte intuitiv. Saß er vor einem leeren Blatt Papier, begann er mit einer Feder Farbe aufzutragen, schaute sich die Flecken kurz an und dann begann er, ganz schnell zu arbeiten - mit der Feder, mit dem Finger. Und da entstanden seine Zeichen und Figuren. Nichts wirkt zufällig, auch der Titel nicht, den das Bild erst nach seiner Vollendung erhält.

1989-05-10_mar da mort o nok-klein 1989-05-10_mar da mort o shur-klein 1989-05-12_Zeus-klein 1989-05-10_Die Verführung der Adeline-klein

oben links: MAR DA MORT O NOK; Mitte: MAR DA MORT O SHUR; ZEUS; rechts: DIE VERFÜHRUNG DER ADELINE
unten links: 25.5.1989; Mitte: 25.5.-2.1989; DIE NACHT DER HELENE; rechts: OH, FREUE DICH 

1989-05-25-klein 1989-05-25_2-klein 1989-05-19_Die Nacht der Helene-klein 1989-06-09_Oh, freue dich-klein

Er behauptete von sich, seine inneren Werte zu malen und er wusste, dass er mit diesem Ausspruch eine Wahlverwandtschaft mit Paul Klee einging. Auch Klee sprach von der inneren Wert. Sein berühmter Spruch, der auch auf seinem Grabstein steht, hat das Klee-Bild lange geprägt:
"Diesseitig bin ich gar nicht fassbar - Denn ich wohne grad so gut bei den Toten - Wie bei den Ungeborenen - Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich - Und noch lange nicht nahe genug."
Meissner ähnelte Klee nicht nur in der Art, sich selbst zu sehen, sondern ist auch noch in anderen Bereichen mit dem älteren Malerkollegen vergleichbar. Klee war lange Zeichner, bevor er zum Malen fand. Darüber hinaus entwickelte er seine individuelle Symbol- und Formensprache, was es schwierig macht, seine Werke einem bestimmten Stil zuzuordnen. Diese Charakterisierung trifft auch auf die Bilder Meissners zu. Bei einigen Bildern hat man sogar das Gefühl, Klee habe Pate gestanden. Das war dem Maler durchaus bewusst. Klee hatte ihn so fasziniert, dass er sich nicht nur theoretisch mit ihm auseinandersetzte. Er musste seine Bilder praktisch nachvollziehen, um sie ganz erfassen zu können, aber auch, um sie zu überwinden und zu einem eigenen Stil zu finden.
Heute noch erkennt man den Einfluss, den Klee, aber auch Miró, Baumeister und andere auf den Gautinger Maler ausgeübt haben, doch hatte er im Laufe der Jahre seine eigene Formensprache entwickelt und sich damit von seinen "Lehrern" emanzipiert.
Die späten Bilder Meissners laden zur langen, ruhigen Betrachtung ein. Jeder sieht etwas anderes, entdeckt einen Teil seiner selbst. So muss eine Interpretation, eine Bildbeschreibung immer subjektiv ausfallen, auch wenn die Bildtitel Krücken sind, die es vielleicht in einigen Fällen gestatten, Meissner selbst zu interpretieren.
Auszug zum Text „Die Zeichen sind da“ über Friedrich Meissner von Dr. phil. Susanna Partsch

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oben links: 28.7.1969; Mitte: 9.6.1770; rechts: 14.2.-2.1970; unten links: 7.2.1970; rechts unten: 3.3.1970

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